Jetzt bremst Corona den Hachenburger Pils-Cup doch aus: 30. Auflage des Hallenfußball-Klassikers ist abgesagt.

Was angesichts der jüngsten Entwicklungen in der Corona-Pandemie zu erwarten war, ist nun Gewissheit: Der für Ende Januar geplante 30. Hachenburger Pils-Cup wurde von den Organisatoren jetzt doch abgesagt. Somit lässt die Jubiläums-Auflage des beliebten dreitägigen Hallenspektakels nach der zweiten Absage in Folge weiter auf sich warten. "Allem voran steht nun einmal die Verantwortung, die wir als Veranstalter für die Aktiven, Helfer und Zuschauer haben", stellt Achim Hörter, "Gründervater" und Macher des Pils-Cups, deutlich heraus.

Anders als bei der Absage im vergangenen Jahr, hatte man in diesem Jahr im Organisationsteam noch lange Zeit gehofft, das Turnier mit den notwendigen Corona-Maßnahmen wieder aufleben lassen zu können. Während die Absage für das diesjährige Turnier bereits am ersten Oktoberwochenende 2020 feststand, wurde für die anstehende Auflage des Pils-Cups kürzlich bereits die Gruppen ausgelost (wir berichteten).

Doch schon bei dieser Auslosung am Abend des 15. November waren erste Zweifel laut geworden. Auch bei den Vereinsvertretern, die in Hachenburg dabei waren und das Geschehen verfolgten. So hatten am Tag der Auslosung bereits Berichte die Runde gemacht, dass zum Beispiel der Hessische und Westfälische Fußballverband sämtliche Hallenturniere abgesagt hätten.

Auch Hörter war sich dessen bewußt: "Die Planung beginnt mit mindestens drei bis vier Monaten Vorlauf. Selbst die jüngste Gruppenauslosung haben wir schon nach hinten versetzt. Wenn man ehrlich ist, hat die Pandemie-Entwicklung bereits kurz vor der Auslosung ein wenig Fahrt aufgenommen". Wie sollte ein solch großes Turnier, das Tag für Tag Hunderte Aktive und Zuschauer aus der Region in die Halle lockt, also durchgezogen werden? Dies machte Hörter zu Beginn der Auslosung klar: "Klar ist, dass 2G für alle - Spieler, Betreuer, Schiedsrichter, Zuschauer - gilt." Gleichwohl die Organisatoren die Hoffnung hatten, das Turnier stattfinden lassen zu können, war ihnen bewußt, dass sie am Ende abhängig von der Entwicklung der Pandemie und den aktuell geltenden Bestimmungen sein würde.

Diese Faktoren zwangen die Veranstalter nun zum Handeln. "Nach der Auslosung ist es aber erst so richtig losgegangen - und es steigert sich von Woche zu Woche", erkennt Hörter. Die steigenden Zahlen sind gleichbedeutend mit neuen Maßnahmen der Politik und somit mehr Einschränkungen - Umstände, die Hörter nicht mit dem prestigeträchtigen Hallenfußballturnier in Einklang bringen kann: "Ein abgespeckter Pils-Cup ist eben nicht der Pils-Cup. Wir haben hier ein Fußballfest, das vor allem die Zuschauer begeistert. Das wäre in der jetzigen Situation nicht gegeben".

Simone Kerschbaum, Marketing- und PR-Leiterin der namensgebenden Hachenburger Brauerei, zeigt sich ebenfalls betrübt. "Es kommt nicht wirklich überraschend." Dennoch bedaure man die erneute Absage "unheimlich". Dabei habe aber eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt keine Rolle gespielt. "Das Turnier muß im Januar und vor allem in der Hachenburger Rundsporthalle stattfinden", hält Kerschbaum fest und spricht das aus, was jeder Pils-Cup-Liebhaber mit großer Sicherheit teilt: "Hoffentlich können wir alle in 2023 wieder gesellig zusammenkommen, wenn das große Turnier in alter Manier stattfindet.“ Der 30. Pils-Cup nimmt also mal wieder einen neuen Anlauf. Doch bekanntlich sind ja aller guten Dinge drei - hoffentlich auch beim Hallenklassiker im Januar 2023...


Quelle: Rhein-Zeitung vom 01. Dezember 2021